AllgemeinNews

„Das Grundgesetz darf nicht auf dem Altar des Zeitgeistes leichtfertig geopfert werden!“

By 5. Juni 2019 No Comments

Im Rahmen des 90. Verbandstages des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V. (KKV), der von Freitag bis Sonntag in Kaarst stattfand, haben die Delegierten einstimmig die sogenannte Kaarster Erklärung verabschiedet. Diese bezeichnet das Grundgesetz in Kombination mit der Sozialen Marktwirtschaft als ein besonderes Erfolgsmodell, welches nicht selbstverständlich sei und für dessen Erhalt und Stärkung man sich jeden Tag aktiv einsetzen müsse.

„Das Grundgesetz, welches vor 70 Jahren in Kraft getreten ist, hat sich als Glücksfall für unser Land erwiesen. Die Autoren haben einen Text entwickelt, der zunächst nur als Provisorium gedacht war und sich in den letzten Jahrzehnten zur erfolgreichsten Verfassung unseres Landes entwickelt hat“, resümiert der Vorsitzende des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V., Josef Ridders, aus der sogenannten „Kaarster Erklärung“. „Nach den Schrecken und der Barbarei von zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft und dem Zivilisationsbruch der Schoah begannen die Väter und Mütter des Grundgesetzes ihre Arbeit in der Gewissheit, dass nichts mehr selbstverständlich war: Nicht der Respekt vor dem Leben und schon gar nicht vor der Demokratie. Genau deswegen hat der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes – ‚Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen‘ – eine ganz besondere Bedeutung“, zitiert Ridders weiter aus dem Papier.  „Er ist eben nicht nur das Bekenntnis zur christlich-abendländischen Tradition unseres Landes; er ist vielmehr eine Absage an alle menschliche Allmacht und zugleich Ausdruck von Demut gegenüber der Erkenntnis, nicht alles regeln zu können und regeln zu müssen. Genau dieses Vertrauen, dass nicht alle Dinge in unserer Hand liegen, hilft durch schwierige Zeiten. Es ist ein Vertrauen darauf, dass der Mensch nicht die letzte Instanz sein kann. Nie wieder sollten die universellen Rechte der Menschen infrage gestellt werden“, erklären die Delegierten in ihrem einstimmigen Beschluss. Zugleich stellt der KKV fest, dass sich letztlich auch die Soziale Marktwirtschaft aus dem Gedanken und auf Grundlage des Grundgesetzes entwickelt habe. „Die Soziale Marktwirtschaft erweist sich als verlässlicher Kompass deutscher Wirtschaftspolitik und kann keinesfalls als selbstverständlich erachtet werden. Sie ist kein Zufall, sondern das Resultat bewusster Wertentscheidungen und Weichenstellungen. Darüber hinaus geht es auch um Verantwortung für die Gemeinschaft, um Solidarität und Subsidiarität. Auch Eigenverantwortung und soziale Gerechtigkeit gehören zu den zentralen Begriffen der christlichen Soziallehre“, stellt der KKV in der „Kaarster Erklärung“ fest. Josef Ridders fordert sowohl von den politisch Verantwortlichen als auch von allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, mit dem Erbe der Grundgesetz-Autoren achtungsvoll und sorgsam umzugehen, es zu schützen und behutsam weiterzuentwickeln. „Unser Grundgesetz darf nicht auf dem Altar des Zeitgeistes leichtfertig geopfert werden. Wir dürfen es nicht als Selbstverständlichkeit annehmen, sondern müssen uns für den Erhalt und die Stärkung jeden Tag aktiv einsetzen“, fordert der KKV-Bundesvorsitzende.

KKV Kaarster Erklärung